Anzeichen dafür sind:

  • Hält länger als 6 Monate an – entwickelt sich zum Dauerschmerz
  • Hat keine Warnfunktion wie bei akutem Schmerz
  • Hat oft keine konkrete feststellbare Ursache
  • Eine Behandlung hilft den Schmerz zu lindern und eine Verstärkung zu vermeiden.

Übrigens
Chronischer Schmerz wird zur eigenständigen Krankheit, die als chronische Schmerzkrankheit bezeichnet wird.

Chronischer Schmerz resultiert z.B. aus
Gelenkschmerzen, z.B. durch Morbus Bechterew, Polyarthritis, Rheuma, Nervenschmerzen, z.B. durch Trigeminusneuralgie, Bindegewebs- und Muskelschmerzen, z.B. durch (normale) Kopfschmerzen, Tumorschmerzen, z.B. infolge von Krebs, Phantom- und Stumpfschmerzen, z.B. infolge Amputation, seelisch bedingten Problemen, psychische und soziale Faktoren.

Bitte beachten Sie:
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum Schmerzen haben, sollten Sie Ihren Arzt ansprechen und die Schmerzen so genau wie möglich beschreiben. Wichtig hierbei sind folgende Punkte:

  • Wo ist der Schmerz?
  • Wann tritt der Schmerz auf?
  • Wie häufig tritt der Schmerz auf?
  • Was beeinflusst den Schmerz?
  • Welcher Art ist der Schmerz?
  • Wie stark ist der Schmerz?

Ihre Schmerzen können mit der richtigen Behandlung gelindert werden. Ihr Arzt kann Sie im Bedarfsfall auch zu einem Schmerztherapeuten oder in eine Schmerzklinik überweisen.

Was kann ich selbst tun?

Ablenkung
Lenken Sie sich von den Schmerzen ab und konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Ihnen Freude bereiten. Bewusst Konzentration auf anderes kann helfen, dass die Schmerzen in den Hintergrund treten.

Entspannung
Entspannungsübungen können helfen, Schmerzen zu lindern. Hilfreich sind z.B.

  • Muskelentspannung nach Jacobson
  • Yoga
  • Autogenes Training
  • Selbsthypnose
  • Bewegung

Bewegung, Tanz- oder Kunsttherapie bringen Entspannung und Ablenkung gleichzeitig und können die Schmerztherapie unterstützen. Bei Fragen können Sie sich an verschiedene Therapeuten wenden, z.B. Ergotherapeuten oder Krankengymnastik.

Sport treiben
Regelmäßige und gezielte Bewegung kann Ihr Leiden bessern. Der Körper bildet bei sportlicher Betätigung Glückshormone (Endorphine), die schmerzstillend wirken und die Stimmung aufhellen. Wenn Ihre Schmerzen bei bestimmten Bewegungen auftreten, versuchen Sie nicht, diese Bewegungen zu vermeiden oder stark einzuschränken. Denn das Ruhigstellen verschlimmert auf Dauer den Schmerz, da sich Muskeln, die nicht bewegt werden, fortschreitend abbauen und sich Gelenkkapseln und Sehnen zusammenziehen. Die Folge ist, dass die Bewegung gar nicht mehr ausgeführt werden kann. Mit einer guten Schmerztherapie kann entgegen gewirkt werden.

Reha-Sport und Funktionstraining
Ein gezieltes Training der Muskulatur kann hilfreich sein, weil damit z.B. die Wirbelsäule wieder stabilisiert wird, oder Schmerzen, die durch Fehlhaltungen und Verspannungen entstehen, sich reduzieren. Dies kann als „Reha-Sport und Funktionstraining“ von der Krankenkasse übernommen werden.

Grundsätzlich müssen Sie vor Beginn des Trainings eine Beratung durch Ihren Arzt oder Therapeuten einholen, da sich falsches Training ungünstig auswirken kann. Voraussetzung für den gezielten Muskelaufbau ist die vorherige Schmerztherapie. Physiotherapie und sinnvolles Training sind unter großen Schmerzen nicht möglich, aber mit Linderung der Schmerzen steigt der natürliche Bewegungsdrang.

Gesund leben
Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und einen regelmäßigen Schlaf, weil sich das positiv auf Ihren gesamten Organismus auswirkt.

Aktiv werden
Nehmen Sie Ihren Schmerz ernst und wenden Sie sich rechtzeitig an Ihren Arzt. Dadurch vermeiden Sie, dass sich der Akutschmerz zu einem chronischen Schmerz entwickelt.

Selbsthilfegruppen
Informationen zu Ihrer Krankheit bekommen Sie auch bei Selbsthilfegruppen. Eine Selbsthilfegruppe dient dem Austausch mit anderen Betroffenen.
Adressen von Selbsthilfegruppen bekommen Sie z.B. beim betafon Schmerz & Palliativ oder bei den regionalen Selbsthilfekontaktstellen. Diese haben einen Überblick über die regionalen Selbsthilfeangebote und können auch den Kontakt herstellen.

Schmerzen sind messbar
Die Schmerzmessung ist eine wichtige Grundlage zur Behandlung der Schmerzen. Dabei ist der Arzt auf Ihre Mithilfe angewiesen: Nur sie spüren die Schmerzen. Schmerzen sind nicht von außen zu sehen, zu hören und zu messen.

Deshalb ist wichtig, dass Sie den Schmerz erfassen und Notizen dazu machen. Dazu können Sie eine Schmerzskala oder ein Schmerztagebuch nutzen. Die Informationen helfen Ihrem Arzt, Ihren Schmerzen einzuordnen, Ihr Leid besser zu verstehen und Sie wirksam zu behandeln.

Schmerzskala
Mit Hilfe einer Schmerzskala können Sie dem Arzt die Stärke Ihrer Schmerzen verdeutlichen. Eine Schmerzskala ist vergleichbar mit einem Lineal. Die Einleitung z.B. von 0-10 steht dabei für „kein Schmerz“ (0) bis „stärkster Schmerz“ (10)

Schmerztagebuch
In einem Schmerztagebuch notieren Sie mehrmals täglich alle wichtigen Informationen wie:

  • Medikamenteneinnahme
  • Schmerzstärke
  • Aussagen über Wohlbefinden und Aktivitäten


Anhand Ihrer Informationen im Schmerztagebuch kann der Arzt die Schmerztherapie bestmöglich durchführen, die Wirksamkeit der Therapie einzuschätzen und diese richtig anpassen.

Schmerztagebuch und Schmerzskala erhalten Sie
bei Ihrem Arzt oder auch kostenpflichtig bei der Deutschen Schmerzhilfe
Sietwende 20, 21720 Grünendeich
Telefon: 04142 810434
Fax: 04142 810425
E-Mail: schmerzhilfe@t-online.de
www.schmerzinfos.de

Nützliche Adressen und Links

Deutsche Schmerzliga e.V
Adenaueralle 18
61440 Oberursel
Telefon: 0700 375375375
www.schmerzliga.de

Forum Schmerz
Im Deutschen Grünen Kreuz e.V.
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 06421 293125
www.forum-schmerz.de

Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie e.V.
Fortbildungsbüro DAGST Amperstraße 20 A
82296 Schöngeising
Telefon: 08141 35553020
http://www.schmerz-arzt.de

Informationsdienst Krebsschmerz KSID Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Telefon: 06221 422000
http://www.ksid.de