Indikation

Grundimmunisierung im Alter von 2,3 und 4 sowie zwischen dem 11. Bis 14. Lebensmonat

Grundimmunisierung aller noch nicht geimpften Jugendlichen bzw. Komplettierung eins unvollständigen Impfschutzes. Impfung im Alter von 9 bis 17 Lebensjahren.

Indikationsimpfung für:

  • Patienten mit chronischer Nieren- (Dialyse) /Leberkrankheiten/ Krankheiten mit Leberbeteiligung / häufiger Übertragung von Blut (Bestandteilen, z.B. Hämophilie), vor ausgedehnten chirurgischen Eingriffen (z.B. unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine), HIV-Positive.
  • Kontakt mit HBsAg-Trägern in Familie / Wohngemeinschaft
  • Sexualkontakt zu HBsAg-Trägern bzw. Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung
  • Drogenabhängigkeit, längerer Gefängnisaufenthalt
  • Durch Kontakt mit HBsAg-Trägern in einer Gemeinschaft (Kindergärten, Kinderheimen, Pflegestätten, Schulklassen, Spielgemeinschaften), gefährdete Personen
  • Patienten in psychiatrischen Einrichtungen oder Bewohner vergleichbarer Fürsorgeeinrichtungen für Zerebralgeschädigte oder Verhaltensgestörte Personen in Behinderungsstätten.


Berufliche Indikationen:

  • Gesundheitsdienst (inkl. Labor, technischer Reinigungs-/ Rettungsdienst) sowie Personal psychiatrischer / Fürsorgeeinrichtung, Asylbewerberheim.
  • Durch Kontakt mit infizierten Blut oder infizierten Körperflüssigkeiten Gefährdete, Auszubildende und Studenten.
  • (Gefährdungsbeurteilung durchführen). Z.B. Müllentsorger, industrieller Umgang mit Blut(produkten) ehrenamtlicher, (Gefängnis)personal mit Kontakt zu Drogenabhängigen


Hinweise zu den Schutzimpfungen

Bei monovalenter Anwendung bzw. bei Kombinationsimpfung ohne Pertussiskomponente kann die Dosis im vollendeten 3. Lebensmonat entfallen.

Eine erhöhte berufliche Gefährdung durch Hepatitis B begründet in folgenden Bereichen keinen Leistungsanspruch der GKV: Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) besteht ein spezieller Anspruch gegen den Arbeitgeber aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos.

Das ist in den folgenden in Teil 2 der ArbMedVV genannten Bereichen bei den aufgeführten Expositionsbedingungen der Fall:

  • Einrichtungen zur medizinischen Untersuchung, Behandlung und Pflege von Menschen und Betreuung von Behinderten, einschließlich der Bereiche, die der Versorgung bzw. der Aufrechterhaltung dieser Einrichtungen dienen (Tätigkeiten, bei denen es regelmäßig und in größerem Umfang zu Kontakt mit Körperflüssigkeiten, – Ausscheidungen oder -Gewebe kommen kann; insbesondere Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr oder Gefahr von Verspritzen und Aerosolbildung);
  • Notfall- und Rettungsdienste (Expositionsbedingungen wie vor);
  • Pathologie (Expositionsbedingungen wie vor);
  • Forschungseinrichtungen / Laboratorien (regelmäßige Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeiten zu infizierten Proben oder Verdachtsproben bzw. zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder Materialien).


Für Reiseschutzimpfung besteht kein Leistungsanspruch

Anmerkung

Regelungen zur Immunprophylaxe Neugeborener HBsAg-postivier Mütter oder Mütter mit unbekanntem HBsAg-Status in den Mutterschaft-Richtlinien.

Für betriebliche Ersthelfer ist die Gefährdungsbeurteilung der Tätigkeit maßgeblich. Nach Bewertung des Ausschusses für biologische Arbeitsstoffe ist die Tätigkeit betrieblicher Ersthelfer i.d.R. der Schutzstufe 1 zuzuordnen, die keine Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge nach §15 in Verbindung mit § 9 oder Biostoffverordnung gelten.